Brauereibesichtigung Kaiser Bräu

 

Juniorentrainer und -betreuer der JSG lernen die Produktion der Fa. Kaiser-Bräu im Rahmen einer Brauereibesichtigung kennen.

Seit einigen Jahren bzw. Jahrzehnten zählen fünf der sechs beteiligten JSG-Stammvereine „im oberen Pegnitztal“ und deren Sportheimbetrieb zu den Kunden der Kaiser-Bräu. Eine Einladung zur Brauereiführung des Verkaufsleiters Norbert Schreg nahm der Gesamtjugendleiter der JSG-Vereine Detlef Seidler sehr gerne im Namen der Juniorentrainer und –betreuer an. Vor der eigentlichen Brauereibesichtigung wurden den Teilnehmern der Sportvereine Hartenstein, Velden, Neuhaus, Plech, Rupprechtstegen und Alfalter die Historie der Brauerei geschildert. Im Jahr 1522 wurden die Braurechte an die Bürgerschaft Neuhaus verliehen und anfänglich hat auch die Kaiser-Bräu in der gemeindeeigenen Kommunbrauerei gebraut. 1929 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister als erster Schritt zur gewerblichen Brauerei und im Jahr 1965 wurde ein eigenes Sudhaus am Oberen Markt gebaut. Da für eine weitere Entwicklung der Brauerei, die beengte Lage im Ortskern von Neuhaus nicht ausreichend war, wurde bereits 1990 das Gelände des ehemaligen Sägewerks Praß gegenüber dem Bahnhof erworben. Aufgrund dieser Kapazitätsengpässe wurde im Auwald eine neue großzügige, ausbaufähige Braustätte nach dem neuesten Stand der Technik erbaut und ab 1991 mit der Bierherstellung in den neuen Anlagen begonnen.

Im ersten Teil der Besichtigung ging Hr. Schreg auf die Malzlagerung, der „Würzeherstellung“, dem „Maischen“, der „Würzekochung“ und Gärung, sowie Filtration ein. Beim so genannten “Anstellen“ im Gärtank wird der Würze Hefe beigegeben und der Gärprozess setzt ein. Obergärige Hefe benötigt bei der Gärung höhere Umgebungstemperaturen (15–20 °C) als untergärige Hefe (4–9 °C); außerdem benötigt das untergärige Brauen eine längere Gär- und Lagerzeit. Die Kenner des Bieres wissen, dass zu den typischen untergärigen Bieren Pils, Lager und Export und zu den obergärigen Bieren Weißbier, Kölsch und Altbier gehören.

Im weiteren Verlauf der Betriebsbesichtigung wurde in der nächsten großen Produktionshalle die Mehrwegabfüllung, die im Dreischichtbetrieb läuft, sowie die Partydosenabfüllung mit automatischen Reinigungsprogrammen, die Bügelverschlußabfüllung und der Zwei-Ebenen-Kastenwascher in Augenschein genommen. Dem 21 x 54m großen überdachten Ladehof folgten eine weitere Besichtigung einer riesigen Lagerhalle, sowie ein kurzer Blick auf den firmeneigenen Fuhrpark. Auf Grund der hohen Stromkosten und der zur Verfügung stehenden riesigen Hallendächer, hat sich die Firma Kaiser-Bräu in den letzten Jahren entschieden in Photovoltaikanlagen zu investieren. Mit diesen können aktuell etwa 25 % des jährlichen Strombedarfs der Brauerei erzeugt bzw. abgedeckt werden. Die Vermeidung von Kohlendioxid und die Entlastung des allgemeinen Stromnetzes durch Verwendung dieser Energie direkt in der Brauerei, sind die großen Stärken dieser kostenintensiven Investition. Im Rahmen der Qualitätsprüfungen der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) wurden und werden – u. a. beim Land- und Weißbier, Pils, Zwickl, sowie Lager – immer wieder sehr gute Ergebnisse des DLG-Testzentrum Lebensmittel erzielt. Die prämierten Biere zeichnen sich durch eine hohe Qualität und einen besonderen Genusswert aus.

Nach der sehr kurzweiligen Betriebsbegehung wurde unsere Besuchergruppe im Schalander* von Geschäftsführer Josef Laus und dem technischen Betriebsleiter Wolfgang Laus begrüßt und bewirtet. Beim ersten Zuprosten bedankte sich JSG-GJL Detlef Seidler bei Norbert Schreg im Namen der Trainer und Betreuer für die sehr interessanten und von ihm mit großer Begeisterung und Leidenschaft vorgetragenen Ausführungen. Im weiteren Verlauf des Abends wurden alle mit einer Brotzeit versorgt und die nachfolgenden Gespräche drehten sich vorrangig um den Junioren- und Amateurfußball im Pegnitzgrund, sowie der gravierenden Zukunftsprobleme und der großen Herausforderungen in unserer ländlichen Gegend. Grundsätzlich – so die einhellige Meinung – hilft kein Jammern, sondern nur die Erkenntnis, dass wir, die ehrenamtlich tätigen Trainer, Betreuer und Funktionäre nach Lösungen suchen müssen, damit unsere Jugendlichen ihrem geliebten und altersmäßigen Fußballsport in unserer Region nachgehen können.

Schalander* … ist der Raum in einer Brauerei, in dem sich die Arbeiter umziehen und während der Pausen aufhalten. Zuweilen wird heute auch der Schankraum oder Bierverkostungsraum einer Brauerei so genannt. Das Wort stammt ursprünglich vom lateinischen cala ‚geschützter Ort‘ ab und bezeichnete früher die Unterkunft der zunftmäßig organisierten Brauer und Mälzer.

Bilder

Text:Seidler Detlef